Dienstag, 18. April 2017

Säen, planen... und die Realität

Es ist der 14. April 2017.
Nur wenige Tage nach der Übergabe des Ackers treffen sich die Jungbauern - wie wir uns mittlerweile stolz nennen - auf dem Acker um zu ackern. :)

Zuerst wird der Acker mit Hilfe der Planung in Abteile eingeteilt, damit man sich besser merken kann wo man was gesät hat - und damit man es hoffentlich irgendwann auch wieder findet. Frohgemut stapfen Michi und ich los, Michi mit der Planung, ich mit einem Stock um die Abteile zu markieren.
Doch oh Schreck, was ist das? Als wir beim letzten meiner geplanten Abteile ankommen, stehen wir noch immer nahezu mittig auf dem Acker - das Ende der Reihe (an dem wir laut Planung stehen sollen) ist noch weit! Wie kann das sein???
Ganz einfach: Die Reihen in unserem Abteil messen statt der errechneten und bezahlten 26,6m ganze 34 m Länge!
Ich starre auf meine Planung, dann auf das Feld, dann wieder auf meine Planung.
SIEBEN METER MEHR!!!!???
Bilder von Twilight Sparkle, der manischen Pony Prinzessin gallopieren an meinem inneren Auge vorbei, mein linkes Auge zuckt...

                                           


Von drüben höre ich Simone grinsen: "Na, besser zu viel als zu wenig!" Recht hat sie. Aber SIEBEN METER!!!!
Zur Erläuterung der Dimension meines Schrecks, der so einfach durch die Großzügigkeit des Bauern (und der schiefen Ausmaße des Feldes) ausgelöst auf mich hineinstürzt:
Die Planung ist nicht einfach nur die Planung. Sie ist ein Meisterwerk. Und sie ist auf 26,6m ausgelegt!!!
Stunde um Stunde habe ich Bücher und Internetseiten gewälzt, habe erarbeitet welches Gemüse wen zum guten Nachbarn hat und neben wem es auf gar keinen Fall wohnen mag, welche Kombination welche Schädlinge anlockt und welche fernhält und natürlich wie viele Pflanzen bei optimalem Pflanzabstand in einer Parzelle gepflanzt werden können... Diese ganze Arbeit schien sich vor meinen Augen in Luft aufzulösen.
Aber so schnell gebe ich nicht auf. Wir teilen den Acker unter unseren Füßen erneut nach Planung ein, doch diesmal geben wir jedem Abteil einfach Pi mal Daumen mehr Raum. Ha! Am Ende habe ich in der Mitte zwar noch ca zwei Meter ungeplanten Streifen, aber mei, damit lässt sich leben.

Katastrophe abgewehrt, lasset uns säen!
Zunächst kommt der Spinat an die Reihe. Das erste Mal besehe ich mir den Boden, aus dem bald die nahrhaften zarten Pflänzchen sprießen sollen,  genauer - und auf einmal geht mir auf, warum Manfred, der bereits früher als wir auf dem Acker angekommen war, unsere "Jungbauern" Chatgruppe in "die Steingartenbauern" umbenannt hatte... Ja, Ackerboden gibt es hier auch, allerdings eher in Krümelform um die bis zu faustgroßen (und ich rede Michis Faust, nicht Emmas) Ackersteine herum drapiert... Gehört das so? Sieht jeder Acker so aus, wenn man ihn sich genau anschaut?
Ich habe keine Ahnung, beschließe aber, dass es wohl die Steine sein müssen, die den Gemüseanbau auf dem Feld so viel leichter machen als der Gemüseanbau im Garten sein soll. Logisch, den Schnecken ist das zu hart auf den scharfen Steinen hier rum zu kriechen. Und bestimmt läuft das Regenwasser an den Steinen entlang viel besser tief in den Boden hinein wo es auch im Sommer noch gespeichert ist - weswegen man nicht gießen muss...
Und als ich meine Hände in den Boden grabe, merke ich dass er wirklich locker, krümelig, feucht (obwohl es lange nicht geregnet hat) und sehr warm ist. Ein schönes Gefühl an den Händen.
Dieser Lobeshymne an die Ackersteine zum Trotz schaffe ich den künftigen zarten Spinatpflänzchen dennoch die dicksten Ackerbrocken aus dem Weg. Man kann ja nie wissen... Die Kinder legen gewissenhaft Samen für Samen an ihren Platz und decken sie erstaunlich sanft mit Erde zu. Ich lasse mich von der Fürsorglichkeit anstecken und ertappe mich dabei, wie ich leise "Lasst es euch gut schmecken!" flüstere als wir Steinmehl als Dünger streuen. Jetzt noch ein Schluck Wasser und alles ist gut.

Doch statt des sanften regengleichen Rieselns aus der Gießkanne mit Regentülle schwappt hart und fest ein riesiger Schwall Wasser mitsamt der gelösten Regentülle auf meinen Spinat... Die Kinder schreien erschrocken auf als sie ihrer Arbeit hinfort schwimmen sehen. Zur Sicherheit lege ich heimlich nochmal ein paar Samen in die Reihen und begrabe sie in matschiger Erde, während ich den Kindern versichere, dass ihrem Spinat sicher nichts passiert ist... Ich hoffe sehr, dass Spinat ein robustes Gemüse ist, das spontane Wasser fluten nicht so übel nimmt. Als ich aufschaue sehe ich Michis Blick, der leidgeprüft sagt: "Ja, das ist mein Spatzl." bevor er mir demonstriert, dass man die Regentülle mit einem kleinen Klick an der Gießkanne arretieren kann - und sollte. Hust. Ah ja. Weiß ich das jetzt auch.

Immerhin haben die Kinder für sich entdeckt, dass säen ja gar nicht wirklich Arbeit ist und einen Riesenspaß machen kann. Kurzerhand werden die Anfangsstücke unserer Reihen zu Kinderbeeten erklärt, wo die beiden auch gleich emsig beginnen, kreuz und quer Dinge zu säen und anzugießen.
Ihre Begeisterung ist ansteckend!


Ich säe also fleißig weiter. Heute gibt es neben besagtem Spinat auch ein paar Kohlrabi, Markerbsen (die auch ohne Erbsenzaun stehen können, wusste ich gar nicht, freut mich aber), Pastinaken, Mangold, Radieschen, Pflücksalat und Schnittknoblauch dort, wo später noch andere Wurzelgemüse hinkommen sollen, denn dieser soll, genau wie andere Zwiebelgewächse, die böse Möhrenfliege, die zu durchlöcherten und deformierten Wurzeln führt, fernhalten. Die ekeln sich nämlich vor Zwiebeln. Ich muss mir bei diesem Satz immer ein kleines, ekelverzerrtes Fliegengesicht vorstellen, das bäh sagt und mit gerümpfter Nase weiter fliegt.

Zu guter letzt gießt Michi alle frisch beackerten Beete an. Mittlerweile hat er sich einen Campingstuhl geholt und überwacht das frohe Geackere vom Rand her, doch seine Aufgabe als erprobter Kannenexperte erfüllt er sehr gewissenhaft.
Als dies erledigt ist, schreiten wir noch einmal unsere Reihen ab und ich trage die bepflanzten Bereiche in die Planung ein. Doch was ist das? Wo der Mangold stehen sollte, ist die Markerbse, wo die Markerbse sein sollte ist ein leeres, ein Meter langes Beet und wo ist sie, die Markerbse? Ach, da vorne. Da hatte jemand die Abteile wohl nicht so eindeutig markiert wie sie gedacht hatte...
Tja, eine Planung ist ein wachsendes lebendes Gebilde... und lebt bis zum nächsten Feind... äh Ackerkontakt.  Gottseidank kann ich darüber momentan nur milde lächeln. Die Arbeit mit dem warmen  feuchten Boden hat mich anscheinend bereits geerdet.

Apropos Erdung:
Es ist mittlerweile 6 Uhr, wir hatten nichts zum Mittagessen und dennoch fährt meine Familie frohen Mutes und ohne sich gegenseitig anzumotzen (wie sie es sonst bereits bei dem leichtesten Anzeichen von Hunger oder einem drohenden ausbleibenden Mahl tut) schmutzig und fröhlich von unserem Acker weg.

Ja, es ist unser Acker, denn heute haben wir alle drei hier gearbeitet und es hat uns so viel mehr Energie gegeben als wir uns jemals vorstellen konnten! Was für ein schöner Tag!

Nachtrag:
Gleich am nächsten Tag radelte ich trotz schrecklichem Gegenwind, nur mit einem Ringblock und einem Stift bewaffnet zum Acker um, den Parzellen neutrale Namen zu geben und eine neuere, bessere Planung zu erstellen.
Sie heißen jetzt N (für Nordreihe) 1 - 15 und M (für Mittelreihe) 1 - 9, daneben steht die Länge der Parzelle, daneben, was an welchem Datum dort gesät wurde, und daneben die Empfehlung, was am besten dort angepflanzt werden sollte - basierend auf der Ur-Planung.

Glücklich radel ich heim und höre meine innere Twilight Sparkle böse lachen....

Nachtrag 2 oder: Eine Ackerplanung ist lediglich eine freundliche Empfehlung an die Realität...

Am Abend nachdem ich meine Planung auf so unglaubliche Weise perfektioniert hatte, fiel mir auf, dass ich doch tatsächlich vergessen hatte die Wurzelpetersilie auszusäen! Die muss unbedingt noch diesen Monat aufs Feld!
Also auf, liebe Familie, drei Tage später geht es bereits ein weiteres Mal auf den Acker. Die liebe Familie geht auch fröhlich mit, nachdem es uns letztes Mal so gut getan hatte.

Doch auf dem Acker schauen wir uns verloren an. War das hier N5? Oder die Parzelle eins weiter? Ist die Furche die Begrenzung oder der Steinhaufen? Und was ist das für ein Stecken da, mitten in N4? Ah, ja, da war Schnittknoblauch... glaube ich... Memo an uns: Auf einem Acker sieht nach einem Tag wieder alles gleich aus.
Nein, noch gebe ich mich nicht geschlagen: Jede Parzelle wird nun von mir mit einem Stein bedacht, auf dem groß mit Edding die Parzellenbezeichnung steht. Haha, kein Verzählen mehr! Die Begrenzungen sind nun eindeutig. Schnell noch N4 und N5 zusammengelegt und voila, die Planung stimmt wieder.
Fragt sich nur wie lange... :D


Immerhin haben wir jetzt Übung und die Wurzelpetersilie sowie die Tagetes mit den charmanten Beinamen "Nematodentod" (weil sie genauso effektiv die Wurzelgemüse schützen sollen wie die Zwiebelgewächse - dabei aber noch sehr hübsch aussehen) sind schnell ausgesät. Emma legt ein professionelles Möhrenbeet an und deckt es mit einem kleinen Kulturschutznetz ab, so wie wir es mit den großen Pastinakenbeeten getan haben. Wahrscheinlich ist dieses hässliche Netz effektiver als Zwiebel und Nematodentod zusammen...Und sieht auch noch richtig professionell aus!


Wieder einmal verlassen wir 3 schmutzig aber glücklich den Acker - genau bevor der Regen einsetzt. Sehr gut, mit dem hatten wir gerechnet um uns das Angießen zu sparen! Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert. ;-)

Freitag, 14. April 2017

Der große Tag

Dienstag, 11.04.2017, 18.00 Uhr Ortszeit. Der große Tag ist gekommen, die Jungbauern bekommen ihren Acker.
Pünktlich um kurz nach 5 machen sich Manfred, Mathilda, Emma und ich mit dem Radl auf von unserem zu Hause zum nur 5 Radlminuten entfernten Acker... Dachten wir.
Aber da haben wir nicht mit Emmas kleinen Beinchen gerechnet. Kleine Beinchen, die gegen fiesen Splitt, in den sich die Räder eingraben, ankämpfen müssen! Wie gemein!

Eine reine seelische Qual waren jedoch die letzten 500 Meter.
Wir biegen um die Ecke, ganz hinten am Ende des langen Ackerweges sehen wir unser Grundstück in der Sonne liegen. Das gelobte Land. Und wir sehen, wie sich mehr und mehr Menschen dort versammeln und bereits mit Stöcken ihr Grundstück in Besitz zu nehmen versuchen... Schnell, lasst uns unseren ausgeguckten Bereich sichern bevor es zu spät ist!
Doch genau dieser Ackerweg ist es, das Emmas kleine Beine an den Rand der Verzweiflung bringt. Immer wieder müssen wir anhalten weil es zu anstrengend ist, immer wieder schieben wir sie an und es geht ein paar Meter weiter... Nach jeden Stop sieht man mehr Menschen auf den Acker strömen und sich die besten Plätze herauspicken.... Welch Tortur! Ich will lossegeln, fliegen, und den nächstbesten Stock in die weiche Ackererde rammen, auf dass sie für ewig (oder zumindest die nächsten Monate) MEIN sei!!! Wie hieß nochmal dieser Film mit Nicole Kidman aus den 90ern, wo sie um das beste Ackerland im wilden Westen um die Wette rennen? GENAU so fühle ich mich!

Doch ich stehe zu meiner Tochter, hier ist es nicht weniger dramatisch als vorne bei den Spitzenreitern um das fruchtbarste Stück Land. Meter für Meter kämpfen wir uns vorwärts, Räder, Zähne und kleine Knochen knirschen, die Köpfe sind hoch rot... Doch gemeinsam erreichen wir alle 4 schließlich das ersehnte Grundstück. Und da steht er, der rettende Engel in Frauengestalt. Mit blondem, in der Sonne glänzendem und im Wind wehendem Haar steht sie vor uns. Simone war vor uns angekommen und hatte unser perfektes Stück gesichert. Eine Parzelle bestehend aus 3 Bifängen. So können die Kinder immer in den Wegen zwischen unseren beiden Bifängen herumlaufen und treten unsere Arbeit kaputt, und nicht die der Nachbarn. So zumindest der Plan. Nein, ich falle nicht auf die Knie und küsse tränenüberströmt die Erde, meine Erde. Denn noch ist sie nicht wirklich unser. Ich lächle stattdessen freundlich und friedlich meinen Konkurrenten zu. Contenance bis das Stück wirklich uns gehört. Wie es sich für eine Dame geziemt.

Nun beginnt das große Warten. Zunächst auf die Bäuerin, die eine kurze Ansprache hält. Dann spricht kurz eine Dame vom Bayerischen Rundfunk, die mit ihrem Team hier eine Parzelle gepachtet hat und diese filmerisch über das Jahr begleiten möchte. Sie freue sich über jeden, dessen Acker mit auf das Bild wolle und der Lust habe ein paar persönliche Geschichten rund um den Acker vor der Kamera zu erzählen. Simone neben mir scheint begeistert, ich nicht so. Ich werde meine Kamerascheu einfach nicht los, trotz meiner Begeisterung für 90er Jahre Western mit Nicole Kidman...
Dann warten wir auf den Bauern, Herrn Offenbeck, der stilecht in Gummistiefeln mit seinen ebenso stilechten Bauernkindern ankommt und auch eine kurze Ansprache hält. Dann verkündet die Bäuerin, dass wir ganz hinten bei den längsten Bifängen anfangen die Parzellen zu vergeben. Eine kleine Horde trottet mir ihr mit und ich muss erschrocken feststellen, dass sie und Herr Offenbeck nun damit beginnen, feierlich jede einzelne Furche zu weihen, indem sie den Namen desjenigen, der sich für diese Parzelle meldet, auf ein Stück Holz schreiben und höchstpersönlich in den fruchtbaren Boden schlagen. Da texte ich Michi (mit dem wir uns um halb 7 zum Essen treffen wollen) zum ersten Mal, dass es wohl länger dauern wird. Es ist nämlich bereits fast halb 7 und wir sind noch einige -viele- Meter von unserem Abteil entfernt.
Ich bin jedoch beruhigt als ich sehe, dass das ganze dann doch sehr flüssig läuft. Manfred bespielt die Kinder und lässt sie ganz am Anfang der von uns auserkorenen Bifänge bereits etwas buddeln.


Dann kommt das Bauern Gespann zu dem Teil, wo man sich einen halben Bifang mit dem Nachbarn teilen müsste. Das will aber keiner. Wie im klassischen Sketch tritt die Reihe der Wartenden einen Schritt zurück, als die erste dieser Parzellen ausgeschrien wird. Ich schlendere zu den anderen an unserem gelobten Ackerland, wir ratschen ein bissl und freuen uns. Als ich mich wieder umschaue, stehen sie immer noch an jener Parzelle. Ich ratsche weiter. Es ist viertel vor 7. Mein Handy surrt. Michi: "Ich fahre jetzt einfach mal los." Hinter mir höre ich eine schrille Bäuerinnenstimme: "Wir müssen jeden Bifang vergeben, wenn sich hier keiner meldet, dann mache ich nicht weiter!" Sie verkreuzt die Arme wie ein Schulkind. Es meldet sich immer noch keiner.
Ich tippe hektisch: "Michi, es kann WIRKLICH noch dauern, komm doch einfach hierher und wir fahren zusammen zum Sportheim wenn wir endlich durch sind."

Ich kürze das Ganze für Euch hier ab:  Ein paar Wenige melden sich zu guter Letzt für die ungeliebten Parzellen, es gibt mehrfache Rechenverwirrung im Bäuerinnenhirn bei der Verteilung, sie fragt mehrfach ab wer alles da ist und droht die restlichen ungeliebten Parzellen an die Abwesenden zu verteilen. Dann fällt ihr aber auf, dass diese dann ja gar nicht wissen, dass sie sich einen Bifang mit dem Nachbarn teilen müssen, also versteift sie sich wieder auf ein hilfloses vor einer Parzelle stehen bleiben und trotzen. Der Bauer ruft aus, dass der Beste Boden an eben jeder Stelle sei. Auch das hilft nicht. Schliesslich lassen sie ENDLICH und nach mehrfachem gutem Zureden ein paar Parzellen ohne Besitzer und kommen schließlich vollkommen entnervt bei uns an. Uns keinen wirklichen Blickes würdigend, klatscht sie unseren Namen (falsch geschrieben) auf den Holzblock und stapft weiter. Das war er, der historische Moment!

WIR HABEN UNSEREN ACKER!!!!
Und zwar genau den, den wir haben wollten. Genau in der Mitte des Feldes, halb sonnig, halb schattig. Die Kinder sind happy, wir erleichtert. Und da erscheint mein Mann am Wegesrand, was mein Herz noch höher schlagen lässt. (Schließlich hatte er, müde von meinen diversen und schnell wechselnden Projekten, geschworen diesen Acker NIEMALS! zu betreten). Egal, ich freue mich.
Wir lassen die Kinder noch schnell ein paar Blümchen säen, eine bunte Samen Mischung namens "Bienenschmaus". Und als die Bäuerin panisch wie ein aufgescheuchtes Huhn wieder an den ungeliebten Parzellen neben uns herumlamentiert, treten wir taktisch geschickt und schnell den Heimweg an. Nicht dass sie an unserer Parzelle noch was ändert.
Gottseidank haben wir es trotzdem geschafft, vorher noch ein glorreiches Jungbauern Foto vor unserer Furche zu schießen!


Wir sind ganz stolz und ganz aufgeregt, jetzt kann es losgehen.
Simone, Mathilda, Michi, Emma und ich feiern diesen denkwürdigen Tag noch bis 9 Uhr im Sportheim bei Wein, Scaloppina Primavera und nein, nicht Gesang sondern viel Ratsch. Schee wars. :)

Montag, 10. April 2017

Die deutsche Sprache und der Acker - und erste Fotos!

Nachdem ich nun einiges an Literatur zum Thema Gemüse selber anbauen verschlungen habe, fiel mir auf, dass mein Unwissen über den Ackerbau so weit reicht, dass ich doch tatsächlich sähen statt säen schrieb und mich vollkommen im Recht wähnte!!!

Peinlich berührt schlich ich in  meinen Blog um in einem Guerilla Kampf klammheimlich alle heimtückischen hs zwischen dem ä und dem e zu eliminieren. (Auch wenn es sich ohne das h irgendwie immer noch falsch anfühlt...)
Es sähe dem Gemüse ähnlich sich nicht von mir säen zu lassen. :D

Wie auch immer, die Jungbauern waren gestern das erste mal ihren Acker besichtigen und... Er ist wahnsinnig klein! Ein kleines Stückchen zwischen der Würm und dem "normalen" Feld des Bauern, zu dreieckig um sich von seinen Maschinen bearbeiten zu lassen, vermute ich. Da fällt einem erstmal auf, wie riesig die Ackerflächen der Bauern doch sind. Denn auf unserem Mini Dreieck sollen 40! Kleinbauern ein Heim für ihre Pflanzen finden.

Aber es ist idyllisch gelegen, so direkt am Bach und somit wunderbar für uns. Mit dem Radl brauche ich 5-7 Minuten dahin (jetzt weiss ich ja wo es liegt).
An dieser Stelle einen Dank an Manfred und seine Kartenlesekünste, ohne die ich wahrscheinlich immer noch in den Weiten der Karlsfelder Äcker verloren wäre. :D




Auf unserer heimischen Fensterbank hat sich auch einiges getan. Schließlich haben wir jetzt Traumspray!
Ich stelle vor: Mr blauer Kohlrabi und Ms Romanesco!


Und hier auch noch die handschriftlichen Notizen, was nun wirklich in den Anzucht Kästen wächst bzw gesät ist. (Man vergleiche die Planung, die ich zuvor hier im Blog erstellt habe, hihi)



Ansonsten ging gestern meine schon bereits erwähnte Planungswut weiter. Auf der Suche nach dem perfekten Anbaumuster riefen Michi und ich den Pythagoras an und kramten unsere mehr (Michi) oder minder (ich) erhaltenen Kenntnisse der Geometrie aus. Wobei ich meinen lieben Ehemann beim Rechnen mit meinem weiblich-irrationalen "Antimathismus" halb in den Wahnsinnn trieb. :D

Aber wir kamen zu der umwerfenden Erkenntnis: Aaaaaachtung, Trommelwirbel: 
Dass wahrscheinlich die klassische Pflanzung in simplen Reihen die Beste wäre!
Jaja, die Gärtner und Bauern haben sich die letzten 200 plus Jahre wohl schon was dabei gedacht. Ade, Nobelpreis für das beste Anbaumuster. :D

Immerhin war es ein schöner Abend.






Dienstag, 4. April 2017

Das Vorziehen

In meinem unermesslichen Rausch gestern habe ich ein zweites Anzucht Gewächshaus für die Fensterbank gekauft. Ich habe also jetzt bombastische 48 Plätze für zarte Pflänzchen!

Und was macht die Städterin, wenn sie gerne loslegen möchte, aber von der Natur noch zurück gehalten wird (einfach weil es draussen noch zu kalt ist UND weil uns der Acker ja noch gar nicht übergeben wurde): Sie plant!
Ich liebe Pläne. Und ich liebe es sie wieder über einen Haufen zu werfen. :D
So hält man sich selber das ganze Jahr beschäftigt.

Hier also mein vorläufiger Plan zur Pflanzenanzucht:

Die meisten Pflanzen brauchen um die 10 Tage um zu keimen. Danach sollten sie noch locker 2 Wochen stehen um robuster zu werden.
Aussetzen kann man die meisten dann nach der kalten Sophie, der grausamsten der 5 Eisheiligen, am 15. Mai.
Das gibt mir nach Adam Riese grob 6 Wochen für die Anzucht.

Übrigens, die 5 Eisheiligen haben alle einen eigenen Namen (Man lernt nie aus!) und allein der Klang dieser lässt die moderne, mit Google bewaffnete Acker Wissenschaftlerin vor ihrem PC erschauern. (Und an Untote Mönche denken, die über das Feld wandeln und ihren Todeshauch über meine zarten Sprösslinge atmen!)

Ich präsentiere: Die Mitglieder der unheimlichen Deathmetal-Band des Wetters und ihre Tour-Daten:




  • Mamertus – Donnerstag, 11. Mai 2017
  • Pankratius – Freitag, 12. Mai 2017
  • Servatius – Samstag, 13. Mai 2017
  • Bonifatius – Sonntag, 14. Mai 2017
  • Kalte Sophie – Montag, 15. Mai 2017
  • Also nein, diese ungemütlichen Gesellen warte ich dann doch lieber Bauernregel-gemäß ab!

    Aber zurück zu kuscheligeren Gedanken: Meiner Anzucht und meinem Plan:
    Damit nicht alles gleichzeitig reif wird, wird natürlich leicht versetzt angezogen:

    1. Hälfte KW 14: 6 lila Kohlrabi
                                 6 Romanesco
    2. Hälfte KW 14: 3 Patisson
                                 6 Kohlrabi Gigant
    1. Hälfte KW 15: 6 Hotstepper Paprika
                                 3 Paprika
    2. Hälfte KW 15: 3 runde Zucchini
                                 3 Paprika
    1. Hälfte KW 16: 3 lila Kohlrabi
                                 3 Romanesco

    Dann habe ich noch 6 Ersatz Plätzchen falls irgendetwas partout nicht kommen möchte. Gerade die Zucchini wären mir wichtig.

    Und so haben auch die zuletzt Gesäten bis zu den Eisheiligen in KW 20 noch 4 Wochen Zeit um groß und stark zu werden.

    Gestern haben Manfred und ich bereits mit tatkräftiger Hilfe von Emma und Mathilda die 6 lila Kohlrabi und die 6 Romanesco gesät. Die Kids waren eifrig dabei, haben die kleinen Samen mit ihren Fingern in die Erde gedrückt und SEHR gewissenhaft gegossen. Die Verwendung von Mathildas "Traumspray" für die Pflanzen hat dazu geführt, dass meine 6 jährige und immer noch so sehr an Wunder und Geschichten glaubende Emma nun auch UNBEDINGT ein Traumspray braucht, denn es kann ja nicht sein, dass sie Samen für den Romanesco (noch bei Mathilda besprüht) schön träumen, und die armen lila Kohlrabi Samen (erst zuhause gesät) nicht!

    Pssst, ich verrate jetzt das Geheimnis des Traumsprays, das Alles und jeden gut Träumen lässt: Es ist Wasser in einer Sprühflasche!)
    Ich genieße diese Zeit mit Emma so sehr, in der Samen träumen dürfen und in denen ein Pusten und ein Knutsch jedes Aua heilt! Gottseidank färbt ein Wenig von diesem Zauber an uns Eltern ab...
    Also, träumt schön, ihr Samen!


    Montag, 3. April 2017

    Ich werde Bauer!

    Ich werde Bauer. Oder Hippie. Oder einfach nur übergeschnappt. Oder ein bisschen von Allem.

    Ich habe mir gemeinsam mit Freunden ein Stück Acker hier in der Gegend gepachtet. 40 Quadratmeter nur für mich, mein Gemüse und meinen Größenwahn.

    Ja, ihr habt noch recht in Erinnerung. Ich habe keine Ahnung von Pflanzen und einen eher schwarzen Daumen. Das Durchhaltevermögen bei meinen Projekten ist auch, sagen wir, mittelmäßig. Und doch. Ich habe das Gefühl das könnte der Auftakt zu etwas ganz Großem werden, der Acker und ich.
    In mir sehnt sich etwas danach, erster Hand zu wissen, wo meine Nahrung herkommt (Bauer), dem Werk der Natur in all seinem Können zuzusehen (Hippie) und meine Hände in die urtümliche nasse Ackererde zu vergraben (übergeschnappt).

    Welcher dieser drei Teile am Ende auch die Überhand gewinnen mag, ich möchte hier den Werdegang dieses Projektes festhalten.

    An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Manfred und Simone, die mich erst auf die Idee, dass man einen Mini-Acker pachten kann, gebracht haben, und die mich mit ihrer mir ähnlichen hoffnungsfrohen Anbau-ahnungslosigkeit gleichermaßen ermutigt und motiviert halten. :D

    Anfang April
    oder: Die seltsame Vermehrung der Samentütchen

    Ich war einkaufen. Einmal mit meiner lieben Familie, die meinem Ackerprojekt skeptisch bis gleichgültig lächelnd gegenübersteht und einmal mit Manfred, dessen Augen angesichts der riesigen bunten Samentütchen Vielfalt ebenso begannen zu leuchten wie meine. Und der einen ebenso großen Korb Tütchen aus dem Gartencenter schleppte wie ich...

    Auch damit ich selber den Überblick behalte, hier einmal eine Auflistung der Samen, die nun in bunten Tütchen meinen Wohnzimmertisch bewohnen:

    1. Dinge, die man im Zimmer Vorziehen muss
    (habe ich absichtlich gering gehalten, im Hinblick auf das klägliche Schicksal meiner Kohlendioxid atmenden Mitbewohner)
    -Patisson (eine weiße, Uboot förmige Zucchini) 8 Pflanzen
    -Kohlrabi Gigant( wird bis zu 5 Kilo schwer, jippieh!)  100 Pflanzen (hust, ja...)
    - lila Kohlrabi, 20 Pflanzen
    -runde Zucchini 5 Pflanzen
    -Hotstepper Gewürzpaprika Mix Saatplatte 10 x 20 cm (so hat man gleich den richtigen Pflanz abstand)
    - Paprika 30 Pflanzen


    2. Blumen
    (wurde uns von der Bäuerin dringend empfohlen und obwohl ich eigentlich nur Nutzpflanzen ziehen wollte, landeten auch ein paar nicht so essbare, dafür wunderschöne Exemplare in Tütchenform in meinem Korb)

    - Mischung ein Bett im Kornfeld, 2 qm
    - Aster (wollte Emma) 50 Pflanzen
    - orientalischer Waldmeister (wollte Emma) 40 Pflanzen, Nützlingsparadies
    - Echte Kamille 200 Pflanzen (hust)
    - Kapuzinerkresse 20 Pflanzen
    - Sonnenblumen bronze 2m hoch, viele
    - Sonnenblumen gelb 1,50m hoch, 12 Pflanzen
    - Tagetes, viele
    - Ringelblumen, viele



    3. Gemüse
    - Mischung Mangold, Radieschen, Pflücksalat, 3,6 Meter Saatmatte
    - bunte Radieschen, 5 m Saatband
    - rosa Rettich (wollte Emma), 120 Pflanzen
    - Pak Choi, 50 Pflanzen
    - Mini Pak Choi, 30 Pflanzen
    -  Karotten, 1000 Pflanzen (ich brauch mehr Alkohol)
    - Zuckererbse, 70 Pflanzen
    - Markerbse, 8 Meter
    - Spinat, 1200 Pflanzen
    - bunter Mangold, 50 Pflanzen
    - grüner Mangold, 40 Pflanzen
    - Pastinaken, 200 Pflanzen
    - Mischung rote Rübe, Mairübe, Kohlrabi, 5 Meter
    - Kohlrabi normal, 50 Pflanzen
    - Rote Beete, 100 Pflanzen
    - Wurzelpetersilie, 10 Meter
    - rote Zwiebeln, 8 Meter
    - Schnittknoblauch, 3 Meter
    - Romanesco, 40 Pflanzen

    Noch im Internet bestellt:
    - bunte Paprika, 20 samen
    - bunte Radieschen, 300 Samen
    - bunte Karotten, 200 samen
    - bunte Beete, 50 samen
    - riesen Radieschen, 200 Samen
    - Knollenfenchel, 50 Pflanzen
    - Stangensellerie, 150 Pflanzen

    Jetzt ist mir schlecht und ich muss eine Schreibpause machen, ehe ich dem Wahnsinn anheim falle...
    So viele Samen... und die meisten nur bis 2020 haltbar!!!


    Welcome back!

    Was? Es rührt sich was? Hier? Das muss Spam sein! Ohje, jemand hat Brittas Adresse gekapert und schleicht sich nun in ihrem Namen auf unsere Computer ein um uns auszuspähen und die WELTHERRSCHAFT AN SICH ZU REISSEN!!!! So muss es sein!

    Nein, keine Sorge meine Lieben, das bin wirklich ich. Wahrlich und wahrhaftig. 
    Es stimmt, mein Blog hat lange geschlafen (das echte Leben, Kind, Kegel, Haus und co... Ihr kennt das...) 
    Das heisst aber nicht, dass mein Leben als Öko Tante geschlafen hat - ganz im Gegenteil! 
    Ich hatte in dieser schreiberischen Schaffenspause Zeit, einige wirklich lustige Experimente zum Thema natürlicheres Leben zu machen - und von den besten und ertragreichsten dieser Experimente möchte ich euch nun berichten! 

    Deswegen heisst es: 
    Welcome back in Brittas kleiner Öko Welt, mit neuen Themen zu 
    natürlichen und selbstgemachten Pflegeprodukten (die euren Körpern eine unglaubliche Menge Gift und nebenbei der Welt auch eine ganze Menge Plastik ersparen) , 
    Naturheilkunde (Vorbeugen durch antibakterielle und immunstärkende Ernährung - hört sich langweiliger an als es tatsächlich ist), 
    Pflanzenanbau (jaha, ich! auch wenn die Oma mich immer noch ob meines schwarzen Zimmerpflanzen-Daumens auslacht) und last but not least natürlich 
    jede Menge interessantes sinnvolles und sinnloses Wissen zu den tollen Lebensmitteln dieser Welt und was man aus ihnen zaubern kann. 

    Ich freue mich sehr über dieses Reboot und natürlich auf Euch und Eure Kommentare und Fragen. 


    Eure Britta 

    Donnerstag, 12. Juni 2014

    Gesundes Essen für Eilige

    Den heutigen Artikel widme ich allen Berufstätigen, Eiligen und... ja, Männern!
    Klar Jungs, Ihr dürft euch jetzt diskriminiert fühlen! :)
    Rein faktisch ist es jedoch so, dass Männer tendenziell weniger Wert auf gesunde Ernährung legen und laut Umfagen auch weniger Zeit für die Zubereitung aufwenden möchten.

    Gute Nachrichten! Es gibt 1000 kleine Kniffe, mit denen man sich den Kochalltag erleichtern kann.

    All diese Ideen basieren darauf, dass Ihr, wenn Ihr sowieso gerade kocht, immer etwas mehr macht. Was im Kühlschrank liegt, dauert nur zwei Minuten zum aufwärmen und es "muss weg". Daher ein gutes Argument, dem Pizzaboten abzuschwören und lieber die guten Dinge im Kühlschrank zu geniessen. Das geht mit den vorbereiteten Sachen sogar schneller als die Pizza da sein kann. :)

    Ich ordne die Tipps nach den drei lebensnotwendigen Stoffen Vitamine, Kohlehydrate und Eiweiss an. Es ist nämlich nicht immer leicht, genügend Eiweiß und Vitamine wie Mineralstoffe zu sich zu nehmen, wenn man so wenig Zeit wie möglich fürs Kochen und die Zusammenstellung der Gerichte aufwenden möchte. fett lasse ich mal aussen vor, das kriegen wir in der heutigen Ernährung ohne weiteres in Ausreichender Menge zusammen. :)
    Ausserdem werde ich hier nicht auf die Benefits der einzelnen Lebensmittelgruppen eingehen, dazu habe ich in anderen Beitragen bereits genug gesagt. :)

    Jetzt aber los!

    1. Vitamine

    a) Gemüse
    -Gemüse gehört in den Kühlschrank ins Gemüsefach. Dort bleiben die Vitamine einfach besser erhalten, auch wenn du es schon vorgeschnitten hast. Es gibt doch nichts besseres als frische Gemüsesticks zu knabbern. In kleine portionsgerechte Tütchen verpackt halten sie sich locker eine Woche.
    - NICHT in den Kühlschrank gehören: Tomaten, Paprika, Süßkartoffeln, Zucchini und Zwiebeln. Diese erhalten ihre Inhaltsstoffe und Aromen viel besser bei Zimmertemperatur und sehen dazu noch appetitlich aus und machen Lust auf mehr.
     - Wenn du gerade Gemüse für eine Mahlzeit zubereitest, schnibbel ein wenig mehr davon und koche es sehr bissfest vor. Bissfest deswegen, weil der Rest beim Aufwärmen nachgart und so einfach mehr von den wertvollen Inhaltsstoffen erhalten bleiben.
    - Kleine Landgurken auf Augenhöhe im Kühlschrank aufbewahren. Weniger Aufwand für einen erfrischenden Snack fast ohne kalorien geht nicht.
    - Salate grob zupfen und in Portionsbeuteln im Kühlschrank aufbewahren. Dann gibt es keine ausrede mehr. Der Salat ist quasi schon fertig, ein paar Geflügelstreifen und Dressing dazu...et voila. :) Zeig mir den Pizzamann, der so schnell da ist. ;)
    - Gemüse backen. einfach das in Scheiben geschnittenes Gemüse auf ein Backblech verteilen und auf mittlerer Schiene bei 200 grad ca 20 min backen bis sich eine deutlich Röstung zeigt. Das ist eine fettarme Zubereitung, geht wunderbar nebenbei während man gerade etwas anderes macht und hält sich klasse im Kühlschrank, weil das Gemüse durch das nicht vorhandene Fett nicht "einmatscht" bei der Aufbewahrung.
    - Hacke frische Kräuter und bewahre sie in kleinen Tütchen im Kühlschrank auf. Immer erst frisch vor dem Verzehr über das Essen geben. So werden sie nicht bitter und bahalten all ihre gesunden Wirkstoffe

    b) Obst:
    Über Obst brauche ich nicht viel schreiben. Es gibt genau gar keinen Grund dafür, kein Obst im Haus zu haben. Hier stelle ich meine Lieblings Obstsorten vor:
    - Heidelbeeren: Pralle Vitaminbomben mit massig Antioxidantien.
    - "An apple a day keeps the doctor away." Pektine, viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe haben diesen Spruch mittlerweile wissenschaftlich bewiesen.
    - Erdbeeren: Die kleinen roten Powerfrüchte haben mehr Vitamin C als Orangen oder Zitronen!!
    - Avocados: Ja, sie haben sehr viel Fett - aber immerhin das Gute, mehrfach ungesättigte! Ausserdem sind sie prall gefüllt mir essentiellen fettlöslichen Vitaminen. Als Zugabe zum Salat immer ein Genuss!
    - Bananen: Perfekt für den Hunger zwischendurch. Ja, sie sind sehr Kohlehydrat- und fruchtzuckerhaltig, dafür stillen sie den kleinen Hunger effektiv. Ausserdem macht der Anteil an Kalium, Zink und einigen anderen Vitaminen dieses Problemchen wieder mehr als wett.

    2. Kohlenhydrate

    - Nudeln können super sehr bissfest vorgegart in Tüten verpackt werden. Der Rest gart beim Aufwärmen nach. Schneller kann eine Mahlzeit nicht fertig sein.
    - Das Gleiche gilt für Reis und Kartoffeln. So hat man abends nach der arbeit schnell alles für eine perfekte Mahlzeit bereit.

    3. Eiweiß

    - Koche einige Eier hart und bewahre sie im Kühlschrank auf. Toll für den herzhaften Hunger zwischendurch oder zum Aufpeppen eines Salates.
    -Gefrorene Fischfilets ab in die Kühltruhe! (ohne Zusätze, das ist klar - wetr glaubt denn ernsthaft, dass ein Iglo Schlemmerfilet gesund ist?). Die sind in der Mikrowelle super schnell aufgetaut und brauche nur wenige Minuten bis sie durchgegart sind.
    - Hähnchenbrust vorgaren und in Würfel oder Streifen schneiden. Auch gut zum Naschen, für den Salat oder in der Nudelsoße.
    - Mehrere Naturjoghurts griffbereit im Kühlschrank lagern. Mit Marmelade oder Obst ein traumhafter Sommergenuss.
    - Dosenthunfisch im eigenen Saft hat kaum Kalorien und spendet viel Eiweiß.

    Die empfohlene Menge Eiweiss im Alltag zu sich zu nehmen ist gar nicht so ohne.
    Um seinen Bedarf an Eiweiss zu decken, empfehle ich täglich mindestens ein Ei und einen Joghurt sowie eine Portion Fisch oder Fleisch zu essen.
    Der Rest des Bedarfes füllt sich an den meisten Tagen automatisch durch Milch, Käse oder Aufschnitt zu den anderen Mahlzeiten.


    So, das war jetzt alles nichts erstaunlich Neues. Aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass man an solche einfachen Kniffe schlicht immer mal wieder erinnert werden muss.
    Also, viel Spaß mit Euren gesunden und frischen Sommerabendessen. :)

    Eure Britta

    Mittwoch, 10. Juli 2013

    8-Minuten: Marmelade selbst gemacht!

    Heute gibt es wieder einmal etwas genial einfaches wie das Kaltofen Brot:
    Die 10 Minuten Mikrowellen Marmelade!

    Es ist so simpel:
    Man nehme
    400g Obst
    200g Gelierzucker

    schneidet alles klein, vermischt es, füllt es in ein Glas mit Schraubverschluss (biutte genügend Platz nach iben lassen, da die Marmelade noch ordentlich hochkocht), stellt das ganze in die Mikrowelle und kocht es 8 Minuten bei 600 Watt!
    Danach nimmt man das Glas heraus, shcraubt es zu und stellt es auf den Kopf - fertig!

    Ich selber habe die Marmelade gestern mit
    200g Kiwi und 200g Banane
    und
    300g Stachelbeeren aus dem Garten und 100g Banane sowie dem saft einer Zitrone
    gemacht.
    Köstlich, sag ich euch! Und so schnell mit so wenig Matscherei!

    Probiert es einmal aus, Eurer Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt!

    Montag, 17. Juni 2013

    Saft ist nicht gleich Saft- Ein Wegweiser für den Saftladen

    Im letzten Artikel ging es um die Vor-und Nachteile von Saftschorlen.
    Das hat bei manchem sicher die Frage aufgeworfen:
    Was ist "guter" Saft?
    Welchen Saft nehme ich denn nun für meine Sommerschorle?

    Mein Wegweiser für den Supermarkt:

    Saft ist nicht gleich Saft. Das ist glaube ich jedem klar. Aber wie gross die Unterschiede sein können offenbart sich erst nach einem Blick in die Getränkeverordnung und auf das Etikett der Inhaltsstoffe:

    Fruchtsaft: 
    Nur wo "Saft" draufsteht, ist auch zu 100 Prozent Saft drin. Eine Nachzuckerung oder die Verwendung von Aromen und anderen Zusatzstoffen ist nur in Ausnahmefällen erlaubt und muss deklariert werden. Diese Deklarationspflicht ist bei allen anderen Saftvarianten (s.u.) sehr viel offener gestaltet. Man weiss daher nur bei der Bezeichnung "Fruchtsaft" und ihren Unterkategorien exakt, mit welchen Mitteln bei der Herstellung gearbeitet wurde.

    - Direktsaft (Unterkategorie von Fruchtsaft)
    wird nach dem Pressen sofort weiterverarbeitet. Er wird zunächst gefiltert und dann zur Haltbarmachung pasteurisiert. D. h. er wird kurz und schonend auf 80 bis 85 °C erhitzt. So kann der Gärungsprozess nicht einsetzen und die Haltbarkeit des Saftes garantiert werden. Anschließend wird der Direktsaft abgefüllt und sozusagen sofort auf den Weg zum Verbraucher gebracht oder für eine spätere Abfüllung in Tanks steril gelagert. In den letzten Jahren ist der Direktsaft in der Gunst der Verbraucher kontinuierlich gestiegen. Man ist auch bereit, den in der Regel höheren Preis zu zahlen. Im Vergleich zu Fruchtsaftkonzentrat entstehen höhere Kosten für Lagerung und Transport. Die Verkehrsbezeichnung ist „Fruchtsaft“. Die zusätzliche Kennzeichnung als „Direktsaft“ kann freiwillig erfolgen.

    - Fruchtsaft aus Saftkonzentrat: (Unterkategorie von Fruchtsaft)
    Um Fruchtsaftkonzentrat zu gewinnen, entzieht man dem frisch gepressten Saft bei niedrigen Temperaturen unter Vakuumbedingungen Aroma und Wasser. Der Fruchtsaft wird dann bis auf circa ein Sechstel seines ursprünglichen Volumens verdichtet. Fruchtsaftkonzentrat und Aroma werden getrennt voneinander in Tanks gelagert oder transportiert. Bei Orangensaftkonzentrat erfolgt das z. B. bei -15°C.
    Nachdem Fruchtsaftkonzentrat und Aroma ihren Bestimmungsort erreicht haben, werden beide Komponenten je nach Bedarf wieder zusammengefügt und mit besonders aufbereitetem Trinkwasser rückverdünnt. Der Fachmann spricht von Rekonstituieren oder Anmischen. Vor der Abfüllung in Flasche oder Kartonverpackung wird der Fruchtsaft durch Pasteurisation haltbar gemacht. Die Verkehrsbezeichnung ist „Fruchtsaft“ mit der Ergänzung „aus Fruchtsaftkonzentrat“.
    Die Vorteile von Fruchtsaftkonzentrat: Durch den Konzentrationsprozess kann der benötigte Lager- und Transportraum beachtlich verringert werden. Das reduziert die Kosten und zeigt entsprechend positive Auswirkungen auf die Umwelt. Darüber hinaus ist es möglich, die Abfüllung des Fruchtsaftes kontinuierlich nach Bedarf vorzunehmen, also auch über die Zeit der Ernte hinaus. Deshalb lassen sich durch die Lagerung von Fruchtsaftkonzentraten Jahre mit einer geringen Obsternte ausgleichen. Fruchtsaftkonzentrat behält die Qualität auch bei längerer Lagerzeit.
    Durch die o.g. Vorteile ist die Verwendung von Konzentrat zur Saftherstellung für die Industrie kostengünstiger und planbarer. Das zieht jedoch einen Nachteil mit sich:
    Es lohnt sich für die Hersteller, das Konzentrat mit weniger Wasser aufzufüllen, als es im Original hatte. Der Effekt: der Saft wird durch den konzentrierteren Anteil an Fruchtzucker süsser und kalorischer. Trotzdem dürfen die Hersteller bei diesem Verfahren weiterhin die Deklaration "100% Saft, ohne Zuckerzusatz" verwenden, was ein deutliches Verkaufsargument ist.

    - Naturtrüber Fruchtsaft: (Unterkategorie von Fruchtsaft)
    Für die Produktion eines naturtrüben Saftes werden verlesene und gewaschene Äpfel in einer Mühle zu Maische zerkleinert und aus dieser in Obstpressen der Saft gewonnen. Um ihn keimfrei und haltbar zu machen, wird der Saft kurz auf zirka 85 Grad erhitzt (pasteurisiert). Bei diesem Vorgang entsteht naturtrüber (ungefilterter) Apfelsaft bzw. Apfelsaft mit Fruchtfleisch. Naturtrübe Säfte sehen so aus, als ob sie gerade frisch gepresst worden wären. Doch ganz ohne den Einsatz von Hilfsmitteln geht es auch hier nicht. Um das Absetzen des Fruchtfleisches am Boden zu verhindern, werden z. B. Enzyme zugesetzt.

    Fruchtnektar: 
    Je nach Obstsorte enthält Nektar einen Anteil von 25 Prozent (Johannisbeeren) bis 50 Prozent (Orangen) Frucht. Der Rest ist Wasser. Außerdem darf der Hersteller bis zu 20 Prozent Zucker zusetzen ohne dies gesondert deklarieren zu müssen.

    Fruchtsaftgetränk: 
    Erfrischungsgetränke, die zwischen mindestens 6 Prozent (Zitrusfrüchte) bis 30 Prozent (Kernobst und Trauben) Fruchtsaft enthalten. Dazu kommen Wasser, Zucker oder Süßstoff und Aromen. Im Schnitt enthalten Fruchtsaftgetränke 12 Prozent Zucker, das meiste davon ist zugesetzt. Steht der Zucker auf der Zutatenliste vor dem Fruchtsaft, ist mehr Zucker als Fruchtsaft in der Flasche.

    Fruchtlimonaden: 
    Der Fruchtgehalt liegt zwischen mindestens 3 Prozent (Zitrusfrüchte) und 15 Prozent (Kernobst und Trauben) in Form von Fruchtsaft, Fruchtmark oder einer Mischung daraus. Daneben enthalten Limonaden Wasser, Aromen, Zitronensäure und einen Zuckergehalt von mindestens (!) 7 Prozent. Bei kalorienreduzierter Limonade wird der Zucker ganz oder teilweise durch Süßstoff ersetzt. Zugesetzte Kohlensäure (CO2) sorgt fürs erfrischende Prickeln.


    Fazit:

    Für ein gesundes Saftschorle eignet sich primär Direktsaft, da dieser zu 100% aus der Frucht besteht.
    Es kann auch Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat verwendet werden, ich persönlich bin davon jedoch nicht so begeistert, da
    es a) gegen mein persönliches Verständnis geht, warum ich eine Frucht zunächst in ihre Bestandteile aufspalten sollte, was nie ohne Einsatz von chemischen Hilfsmitteln funktioniert (die übrigens auch wenn sie noch im Produkt enthalten sein sollten nicht auf dem Etikett angegeben werden müssen, da sie nur zum Herstellungsverfahren gehören und nicht zum Produkt) um es dann wieder zusammenzusetzen, was wiederum nicht ohne Chemie gelingt
    b) der Anteil am verbleibenden Fruchtzucker oft höher ist als im Originalsaft
    und c) viele Vitamine nicht beständig genug sind, um das Extraktionsverfahren zu überstehen. Vitamin C ist hier die rühmliche Ausnahme. (Immerhin). :)

    Bei manchen Früchten ist es leider nicht möglich, einen Direktsaft herzustellen, da dieser in reiner Form nicht trinkbar wäre.
    So wäre zB Kirschsaft zu sauer, Pfirsichsaft oder Bananensaft zu dickflüssig etc.
    Hier sollte man dennoch darauf achten, dann einen Saft aus Konzentrat zu nehmen, der mit mehr Wasser aufgefüllt werden kann und dennoch nur die Bestandteile der eingedickten Frucht besitzt. Sobald wir zum Nektar etc greifen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Zucker und Aromen zugesetzt, die nicht gesondert deklariert werden müssen. Leider ist es bei einigen exotischen Früchten oder gar Fruchtmischungen nahezu unmöglich etwas anderes als einen Nektar zu finden, da diese in der Herstellung günstiger sind und den Geschmacksmustern des Verbrauchers durch die erlaubten Zusatzstoffe leichter angepasst werden können.

    Ich sage jetzt nicht, dass der Genuss eines solchen Getränkes uns alle umbringt, man sollte sich jedoch bewusst sein, was genau man damit zu sich nimmt. Und als Dauergetränk sollte man dann doch zu naturbelasseneren Produkten greifen, um eine Dauerbelastung des Körpers auszuschließen.

    Wie immer: Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich auch hier! :)


    Apfelschorle: Was ist dran am Fitnessgetränk?

    Endlich ist das Wetter schön geworden, und was tut da besser, als eine kühle Saftschorle?
    Die Deutschen halten den Weltrekord im Safttrinken: Pro Jahr sind es mehr als 40 Liter Fruchtsaft, die jeder von uns trinkt. Apfelsaft ist dabei mit einem Jahresverbrauch von etwa 13 Litern unser beliebtestes Fruchtsaftgetränk. Ihm werden nahezu Wunderkräfte nachgesagt: Isotonisch, revitaminisierend und mineralisierend, dabei so gesund.. Aber stimmt das auch?

    Heute nehmen wir den Klassiker Apfelsaftschorle einmal näher unter die Lupe:
    Was ist dran? Wo ist Vorsicht geboten?

    Zunächst einmal kühle Fakten:
    0,2 l Apfelsaft enthalten im Durchschnitt:
    0,14 mg Provitamin A
    77 mg Vitamin C
    0,2 mg Eisen
    240 mg Kalium
    12 mg Calcium
    10 mg Magnesium
    8g Natrium

    Man sieht: Apfelsaft ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen
    Zusätzlich sind die Spurenelemente Kupfer, Zink, Chrom und Molybdän sowie die Vitamine B1, B6, Pantothensäure und Folsäure in den Apfelsäften enthalten. Dies ist in mehrfacher Hinsicht bedeutsam für die Gesundheit: Die Inhaltstoffe des Apfelsaftes können Krebs hemmen, sie reduzieren das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und helfen bei der Vorbeugung von Arteriosklerose. Vor dem Frühstück getrunken, soll ein Glas voll naturtrüben Apfelsaftes auch helfen, einen trägen Darm wieder auf Trab zu bringen. Der hohe Gehalt an Kalium und Fructose kann außerdem dazu beitragen, den Blutzucker zu senken.

    In jedem Liter Saft stecken die Inhaltsstoffe von drei Kilogramm Äpfeln. Trotzdem sollte niemand glauben, dass das Trinken von Saft den Verzehr ganzer Äpfel überflüssig macht, denn den Säften fehlen zum einen die sekundären Pflanzenstoffe (Hier ist in erster Linie das unter der Schale sitzende Pektin zu nennen, das gut für unseren Cholesterinspiegel ist. Äpfel sollten deshalb auch nicht geschält werden.) und zum anderen auch die Ballaststoffe, die im ganzen Obst enthalten sind und unsere Darmflora und Darmbewegung auf Trab halten.

    ABER: Apfelsaft hat viel Zucker
    Mit 40 bis 50 Kalorien pro 100 ml bringt es der gesunde Apfelsaft auf ebenso viele Kalorien wie die viel geschmähte Cola, die mit durchschnittlich 45 Kalorien zu Buche schlägt! Gerade als Durstlöscher kommt der kalorienreiche Apfelsaft in reiner Form nicht in Frage, denn mit nur einem Liter Apfelsaft am Tag nimmt man rund 500 Kalorien in flüssiger Form zu sich. Bei einem täglichen Kalorienverbrauch von etwa 2.000 Kalorien (durchschnittlicher Erwachsener), würde ein Viertel des Energiebedarfs damit bereits abgedeckt sein. Diese flüssigen Kalorien können ebenso zu Übergewicht führen wie die Kalorien, die man aus fester Nahrung bezieht, aber im Gegensatz zu diesen sättigen sie nicht, was das Problem noch verschärft.

    Und noch ein eher unbekannter Fakt:
    Mengen von mehr als 35 Gramm Fruchtzucker wirken abführend. Diese Mengenangaben beziehen sich wohlgemerkt auf gesunde Personen, wobei zu bedenken ist, dass rund ein Drittel der Deutschen wegen einer bestehenden Fructoseintoleranz schon bei viel kleineren Mengen mit Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen reagiert.

    Das bedeutet jedoch auf keinen Fall, dass es egal ist, ob man nun Saft oder ein Limonadengetränk zu sich nimmt. Denn eine Limonade oder Cola ist oft mit sehr vielen unnatürlichen Zusatzstoffen versetzt, die den Körper und die Leber gerade von Kindern belasten. Ausserdem fehlen ihnen jegliche der oben aufgeführten positiven Aspekte des Saftes.
    Auch vor mit Vitaminen und Mineralien angereicherten Limonaden (oder 'Sportgetränken') sollte man sich hüten. Neueste Studien haben herausgefunden, dass Vitamine und Mineralien in isolierter und chemisch hergestellter Form vom Körper nicht im gleichen Maße erkannt werden wie natürliche Vitamine und daher schlechter bis gar nicht verwertet werden können.

    Fazit:
    Ja, Apfelsaft hat sehr viele positive Eigenschaften, die negativen Eigenschaften dürfen jedoch nicht ausser acht gelassen werden.

    Soweit, so schlecht, könnte man sich nun denken.

    Was trinke ich nun, wenn ich im Sommer viel schwitze?

    Antwort: Die Mischung machts!


    Fitnessdrink Apfelsaftschorle
    Eine Schorle aus 1 Teil Apfelsaft und 3 Teilen Mineralwasser ist eine optimale Zusammensetzung.
    So kann man  sich die positiven Eigenschaften des Saftes zunutze machen und gleichzeitig die Kalorienzufuhr senken.

    Das Mineralwasser sollte am besten einen hohen Anteil an Mineralstoffen wie Natrium, Magnesium und Calcium haben. Die Kohlenhydrate aus dem Saft gelangen schnell ins Blut und bringen den Körper und unsere grauen Zellen auf Trab. So kann das erfrischende Getränk während langer Besprechungen oder bei Autofahrten sowohl die Gedächtnisleistung als auch die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit verbessern. Durch einen konstanten Blutzuckerspiegel können außerdem Heißhungerattacken vermieden werden.
    Ausserdem prickelt und erfrischt es und schmeckt einfach gut.

    Aber Achtung: Bitte die Hände weg von vorgemischten Saftschorlen (zB. Lift). Diese Getränke sind stark mit Zucker versetzt und enthalten wenig natürlichen Fruchtsaftanteil und oft viele Aromen.
    Am besten schmeckt es doch immer noch selbst gemischt. Und: dann hat man die Qualität selbst in der Hand.

    So, ich hoffe ich konnte mit einigen Vorurteilen aufräumen.
    Im nächsten Artikel geht es dann darum, wie man "guten" von "schlechtem" Saft unterscheidet.

    Mittwoch, 29. Mai 2013

    Abwehr-Special: Mit Ingwer und Lauch auf in den Kampf!

    Für meinen lieben Freund Gregor, der ständig erkältet ist, hier das Vitamin Special, das speziell die Abwehr auf Trab bringt.
    Ich schreibe hier nur die etwas exotischeren Rezepte auf, die Klassiker findet ihr wie immer unter chefkoch.de.

    Ein Wundermittel für die Abwehr ist Ingwer
    Info:
    Glutathion, das wichtigste wasserlösliche Antioxidans in unserem Körper, stimuliert das Immunsystem. Das tut es indem es die Funktionen der weißen Blutkörperchen anregt. Eine regelmäßige Einnahme von Ingwer wirkt einer krankheitsbedingten Abnahme von Glutathion entgegen. So unterstützt Ingwer unser Immunsystem bei der Krankheitsabwehr.

    Ingwer lindert Schmerzen
    Die Inhaltsstoffe aus dem Ingwer hemmen das gleiche Enzym (Cyclooxygenase) im Körper wie Acetylsalicylsäure (enthalten in Aspirin). Der Wirkstoff lindert darüber Schmerzen, dämmt Entzündungen ein und hemmt die Blutgerinnung.

    Probates Mittel gegen Übelkeit und Brechreiz
    Weitaus bekannter ist, dass die Knolle gegen Reiseübelkeit hilft. Inhaltsstoffe aus Ingwer mindern Übelkeit und Brechreiz, und zwar vergleichbar gut wie das chemische Mittel Dimenhydrinat. Es wurde  herausgefunden, dass die Wirkstoffe an Serotonin-Rezeptor-Ionenkanälen angreifen, die am Erbrechen beteiligt sind.

    Achtung:
    Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte vorsichtig mit Ingwer würzen. Denn der Scharfmacher bewirkt, dass mehr Magensäure gebildet wird. Deshalb kombiniere ich ihn in meinen Gerichten gerne mit Reis oder etwas Brot. Die beiden haben magensäure-aufsaugende Eigenschaften und Reis ist zudem stark Kaliumhaltig, was der Säure zusätzlich entgegenwirkt.

     Tabu ist Ingwer außerdem für Menschen, die zu hohen Blutdruck haben oder an Gallensteinen leiden. Sonst gilt Ingwer als sehr gut verträglich.

    Rezepte:

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    Hier ein tolles Rezept für einen sommerlichen Eintopf, der dennoch alle immunpushenden Bestandteile der klassischen Wintergemüse enthält:
    Spice up your Eintopf!

    Wirsing, (ca. 1 kg)
    300 gMöhre(n)
    400 gKartoffel(n)
    50 gBacon, in Scheiben
    Bratwürste
    Zwiebel(n), gewürfelt
    Knoblauchzehe(n), fein gewürfelt
    10 gIngwer, sehr fein gewürfelt
    750 mlBrühe
    100 mlSahne
    1 ELKümmel, gemahlen
    1 ELSenf, medium
    1 ELSenfkörner, gemahlen
    1 ELOlivenöl
    Muskat, frisch gerieben
    Salz und Pfeffer
    Portionen 

    Zubereitung

    Arbeitszeit: ca. 45 Min. Schwierigkeitsgrad: normal 
    Wirsing hat zwar das ganze Jahr über Saison, aber in den Sommermonaten ist er nicht so stark gekraust und mit seinem lockeren Kopf und dem hellen, zarten Herz ist er ein echtes Feingemüse, das auch für die Gourmetküche schon lange entdeckt worden ist.

    Zunächst Wirsing vierteln, den Strunk herausschneiden und die Kohlstücke grob klein schneiden. Kartoffeln schälen und würfeln. Möhren mit dem Sparschäler abziehen, längs vierteln und würfeln.

    Bratwürste pellen, längs vierteln und würfeln. Baconscheiben ebenfalls würfeln. Bacon mit etwas Olivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur ausbraten, Bratwurstwürfel zufügen und anbraten, dann Ingwer-, Zwiebel- und Knoblauchwürfel zufügen und bei mittlerer Temperatur langsam braten.

    Wirsing, Möhren und Kartoffeln in der Brühe erhitzen und etwa 15 Minuten langsam köcheln lassen, bis der Kohl weich geworden ist. Pfanneninhalt und Sahne zufügen, unterrühren und den Eintopf mit den restlichen Zutaten abschmecken. Evtl. kann etwas Zitronensaft und eine Prise Zucker das Geschmackserlebnis noch weiter fördern.
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    Hier etwas mit viel Substanz für die Männer unter uns:
    Feuriges Rindsragout

    Zutaten


    1 kgRindfleisch, mager
    4 ELÖl
    Salz und Pfeffer
    Zwiebel(n)
    2 ELTomatenmark
    1 ELMehl
    1/8 Wein, rot
    500 mlBrühe (Instant)
    Salz und Pfeffer
    2 Zehe/nKnoblauch
    80 gIngwer, geschält
    Chilischote(n)
    Portionen 

    Zubereitung

    Arbeitszeit: ca. 30 Min. Schwierigkeitsgrad: normal / Brennwert p. P.: 596 kcal
    Das Fleisch in etwa 2-cm-große Würfel schneiden und in heißem Öl in zwei Durchgängen nacheinander rundum anbraten. Aus dem Topf nehmen, mit Salz und Pfeffer würzen.
    Die Zwiebel schälen und klein hacken. Das Öl zum Bratrückstand gießen und die Zwiebel darin anrösten. Tomatenmark beifügen und kurz mitrösten. Mehl unterrühren und mit Rotwein und Brühe aufgießen. Mit Salz, Pfeffer und Knoblauch würzen und zugedeckt etwa 10 Minuten kochen.
    Die Sauce pürieren. Fleisch beifügen und zugedeckt bei geringer Hitze etwa 30 Minuten dünsten.
    Ingwer in sehr kleine Würfel schneiden in heißem Wasser etwa 2 Minuten blanchieren und abseihen. Die Chilischote zerbröseln, zusammen mit dem Ingwer zum Ragout geben und das Ragout noch etwa 1 Stunde bei geringer Hitze offen dünsten.
    Dazu schmecken Nudeln.
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    Ich stehe ja total auf Möhren.
    Auch wenn sie einen hohen Kohlehydratanteil haben, sind ihre Auswirkungen auf Haut, Sehorgane und Magen unschlagbar!
    Kombiniert mit Ingwer ein leichter Genuss:
    Möhren-Ingwer-Suppe

    Zutaten


    60 gIngwer, frischer
    400 gMöhre(n)
    50 gButter
    1 ELZucker
    600 mlGemüsebrühe
    150 mlKokosmilch
    Salz und Pfeffer
    Portionen 

    Zubereitung

    Arbeitszeit: ca. 20 Min. Schwierigkeitsgrad: simpel
    Den Ingwer schälen und sehr fein würfeln, damit später, nach dem Pürieren, keine Fasern zu spüren sind. Die Möhren schälen und in dünne Scheiben schneiden.

    Möhren und Ingwer in Butter anschwitzen, dann den Zucker darüber streuen und leicht karamellisieren lassen. Mit Brühe und Kokosmilch ablöschen und aufkochen lassen. Die Suppe bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen, dann mit dem Stabmixer fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    Die leichte Schärfe des Ingwers bietet ein besonderes Geschmackserlebnis. Zur Suppe kann man Toastbrot oder Baguette servieren.
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    Mein zweiter Champion für die Abwehr ist Lauch.

    Info:
    Lauch liefert viel Vitamin C. Zudem die schweflige Substanz Allizin, die Bakterien und Pilze abtötet und so das Immunsystem auch bereits im Krankheitsfall oder bei aufkeimender Erkältung unterstützt.

    Rezepte:
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    Mein persönlicher Hit:
    Spaghetti mit Scampi und Lauchgemüse
    Scampis sind gut zur Figur mit nur 2g Fett pro 100g und liefern dabei sehr viele Vitamine und Mineralstoffe, allen Voran Jod.

    Zutaten


    400 gLauch, (Porree)
    12 Scampi, (a ca. 20 g)
    Knoblauchzehe(n)
    400 gSpaghetti
    250 gSahne, geschlagene
    1 BundPetersilie, glatte
    Kirschtomate(n)
    3 ELOlivenöl
    Pfeffer, aus der Mühle
    Zitrone(n), (ausgepresst)
    Salz
    Portionen 

    Zubereitung

    Arbeitszeit: ca. 30 Min. Schwierigkeitsgrad: normal / Brennwert p. P.: 660 kcal
    Den Lauch in feine Ringe schneiden. Die Scampi, sofern nicht schon so gekauft (z.B. tiefgekühlt), bis auf die Schwänze aus der Schale lösen. Auf der gewölbten Seite der Länge nach einschneiden und den Darm entfernen.
    Knoblauch und Petersilie hacken, die Tomaten halbieren. Den Lauch in heißem Olivenöl 2 Minuten braten, mit Salz und Pfeffer würzen. Herausnehmen und warm stellen.

    Nun die Spaghetti nach Packungsanweisung in Salzwasser kochen. Dann den Knoblauch im Bratöl andünsten und die Scampi hinzufügen. Unter Wenden ca. 4 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Herausnehmen und ebenfalls warm stellen.
    Nun die Tomaten zum Bratöl geben, kurz die Herdplatte hoch schalten, dann mit dem Zitronensaft und der geschlagenen Sahne ablöschen und mit Petersilie bestreuen.
    Spaghetti, Soße und Lauch auf Stöfchen anrichten.
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    Seelachsfilet mit Lauchkruste
    (geht auch super mit Schweineschnitzel)

    Zutaten


    Fischfilet(s) (Seelachsfilet)
    2 Stange/nLauch
    2 großeZwiebel(n)
    2 Zehe/nKnoblauch
    2 ELMehl
    200 mlSahne
    200 mlWasser
    Pfeffer
    Salz
    1 TLGemüsebrühe, klare (Pulver)
    1 ELÖl
    25 gParmesan
    Portionen 

    Zubereitung

    Arbeitszeit: ca. 20 Min. Schwierigkeitsgrad: normal
    Den Lauch und die Zwiebel in feine Ringe schneiden, den Knoblauch durch eine Presse oder fein hacken. Das Öl in der Pfanne erhitzen und den Lauch, Zwiebel und den Knoblauch bei mittlerer Hitze anbraten. Nach wenigen Minuten das Mehl über das Gemüse streuen und kurz mit anrösten, mit der Sahne aufgießen, dabei gut umrühren damit es ohne zu klumpen bindet nur soviel Wasser zugießen bis die Soße cremig erscheint. Am Ende noch den Parmesan und die Gewürze nach Geschmack unterrühren. Soße sollte immer noch cremig sein. Die Fischfilet in eine gefettete Auflaufform geben und mit der Soße übergießen. Bei 200 Grad etwa 20 min in den Backofen.
    Dazu mag ich Reis.
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    Salat mal anders

    Zutaten


    200 gPorree
    Äpfel, säuerlich
    1 DoseMais
    120 gKäse (Emmentaler), gerieben
    Ei(er)
    300 gsaure Sahne (ich nehme auch gerne Joghurt, das machts frischer)
    1 ELRemoulade
    4 TLZitronensaft
    Salz
    Pfeffer
    Portionen 

    Zubereitung

    Arbeitszeit: ca. 30 Min. Schwierigkeitsgrad: simpel
    Den Porree putzen, waschen und in ganz feine Ringe schneiden. Wer möchte, kann den Porree kurz in kochendem Salzwasser (gerne auch mit etwas Osaft angereichert) blanchieren, dann die Ringe etwas dicker lassen, mit kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen. Der rauhe, rohe Lauchgeschmack ergänzt sich aber toll mit der Süße des Apfels.Den Porree in eine Schüssel geben.
    Die Äpfel schälen, vom Kerngehäuse befreien, vierteln und quer in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit dem abgetropften Mais zu den Porreeringen geben. Den Käse unter die Masse geben und alles vermischen.
    Die Eier hart kochen und in grobe Würfel zerteilen. Vorsichtig unter den Salat rühren.
    Aus saurer Sahne, Remoulade und Zitronensaft ein Dressing bereiten, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
    Den Salat gut durchziehen lassen.
    Mit Nudeln hineingesmischt ergibt das auch ein tolles kaltes Hauptgericht. dann etwas mehr Dressing zubereiten´.